Diverses, Gedanken, Kultur, Persönliches, Selbständigkeit
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Hallo Leute!

Dies ist mein 1000ster Blogpost. Ich habe ihn einige Tage vor mir hergeschoben, weil ich mir zu diesem doch eigentlich banalen Anlass etwas ganz Besonderes einfallen lassen wollte. Ich bin aber nicht dazu gekommen mir etwas Besonderes einfallen zu lassen. Stattdessen habe ich diniert, sinniert, gestreamt, getrunken, geraucht, gearbeitet, gebohrt, gelabert, getanzt, organisiert und noch so allerlei Sachen gemacht die Euch eigentlich nichts angehen.

Weil ich aber nunmal Bloggerin dieses Blogs bin, habe ich doch das Bedürfnis meinen Lesern einen kleinen Statusbericht abzuliefern. Ja, den bin ich Euch quasi schuldig, so denke ich, sowas kommt ja sonst eher selten vor bei mir. Deshalb seht ihr hier viele Textzeilen – ein ungewohntes Bild: ein Resumee über 1000 Blogpostings meines persönlichen popkulturellen Lebensstils. Mal veröffentlicht voller Sinn und Ästhetik und mal völlig sinnlos und leer. Vieles geschah im Affekt, weil ich eben viel am Computer sitze (den ich natürlich liebe). Die meisten Gedanken gehen hier viel tiefer als sie Euch erscheinen, weil ich so elegant die Oberfläche bearbeite. Dem Selbstzweck. Vondaher, hier mein seichter Monolog, ohne tiefgreifende Details, in seiner Gesamtheit zwar schnell jedoch ehrlich verfasst:

Ich bin jetzt 27 Jahre alt und habe seit ich 18 bin fast nur Sachen gemacht, die ich machen wollte. Habe toll studiert, viel unternommen, dazwischen viel verhangen (mit guten Menschen), bin jetzt selbständig und das war die beste Entscheidung. Alles was ich mir vage für mein Leben vorgenommen habe, hat bisher irgendwie geklappt. Manchmal mit viel Mühe und Not zwar, aber hey. Meine Pläne reich(t)en oft nicht viel weiter als ein paar Wochen oder Monate. Das halte ich so schon Jahre durch, ohne zu kollabieren. Auf diese zuversichtliche Standhaftigkeit bin ich stolz und blicke daher weiterhin ungetrübt in meine ungewisse (unstrukturierte) Zukunft. Bin gesund, Motor läuft, Hirn an. Check.

Viel musste ich in den letzten Tagen darüber nachdenken, warum ich eigentlich blogge. Und dass ich erstaunlicherweise seit über 4 Jahren immer noch auf dem selben Blogger-Blog schreibe wie von Anbeginn und nicht zwischendurch mal umgezogen bin, wie es in dieser Blogosphäre recht gern praktiziert wird. (Ach übrigens – es geht jetzt HIER weiter.) Ich kann nicht eindeutig begründen, warum ich das tue. Kaum jemand aus meinem engen Umkreis bloggt. Gleichzeitig weiß jeder, dass ich blogge. Ohne dass ich viel darüber sprechen würde, wenn man sich sieht. Ich bin halt online. Und erst seit meiner blog-basierten Bekanntschaft mit Johanna habe ich zum ersten Mal einen ‚Menschen aus dem Internet‘ ins echte Leben übernommen (now laugh, girl ;). Und es wurden mehr. Das finde ich ehrlich schön. Wie auch immer. Zum jetzigen Zeitpunkt sehe ich keinen Grund damit aufzuhören. Solange ich Freude dran habe, bleibt alles beim Alten mit neuen Geschichten.

Umgezogen bin ich im echten Leben dagegen oft – Zeit des Bloggens ca. 6 Mal – und war zwischendurch immerwiedermal einige Wochen ganz ohne Zuhause. Ich plane geistig schon die nächsten Umzüge (bin ja mitlerweile so gut darin.) Habe da wohl so eine Krankheit. – Rastlosigkeit. Haha. Seit jetzt 2 Jahren bin ich quasi ungebunden, weder an einen Menschen, noch an einen Ort. Eine gute und wichtige Zeit. Ich habe viel gearbeitet, viel gefeiert und viel gearbeitet. Davor habe ich viel gearbeitet, viel schöne Zeit verbracht und viel gearbeitet. (Die viele Arbeit sieht man meinen Händen an, echt.) Ich bin auch viel gereist. Wenn auch nicht in die entferntesten Länder. Aber ja, verhältnismäßig viel. (Aber ich will mehr.) Dann habe ich entschlossen jetzt nach Berlin zu gehören, also bin ich hier. Wer weiß wie lange.

Durchfeierte Nächte (verdammte Pflichtdisziplin) gehen mir mitlerweile auf die Nerven, auch wenn sie wirklich gut sind. (Das kann ich natürlich prima beurteilen: denn ich wache aufmerksam noch um 6 Uhr morgens, quasi nüchtern, im direkten Vergleich zu den Zombies neben mir.) Und die Mission des Konsums, sie foltert mich. Auch wenn ich es selbst nicht unbedingt so sehe, könnte man behaupten mein Leben ist gefüllt mit Extremen. Ich brauche die Beschäftigung. Bestehend aus selbstauferlegten Aufgaben und Herausforderungen und (nichtselbstauferlegten) Problemen. Damit ich sie angehen und bewältigen und lösen kann, und wenn das Ergebnis vollbracht ist und stimmt (und leuchtet), dann lass ich es fallen und ziehe weiter. Ich langweile mich in der Badewanne, und denk ich bin am Leben, wenn ich 1000 Pläne schmiede.

Mein ewiges Problem ist das Geld. Aber daran arbeite ich – siehe oben, siehe unten – und hurra! es ermöglichte mir schon das eine oder andere. Aber wie die Zeit vergeht es schnell. Darum weiter so wie bisher, allerdings selbstmächtig mühevoll aufs Erträgliche getrimmt (die Arbeit). Ich bin ein ganz einfach gestrickter bescheidener Mensch mit vielen Visionen und Fähigkeiten. (Man erkenne den Widerspruch.) Und ich blogge ohne Hintergedanken für Euch vor mich hin und wer das bis zum Ende durchgelesen hat, dem sei gesagt: wer bis nächster Woche selber Zeit ein kleines blogwürdigendes Kommentar hinterlässt, der nimmt an meiner Verlosung teil. Es gibt dann ein Geschenk, das ich mir erst überlege, wenn ich weiß, für wen es ist.

Ich danke für Eure wertvolle Aufmerksamkeit.


Hello people!

This is my 1000st blog post. With it, I procrastinated a few days because I wanted for this – actually banal – occasion
think of something very special. But I didn’t get to think of something special. Instead, I have dined, mused, streamed, drank, smoked, worked, drilled, babbled, danced, organized and made all sorts of things that shouldn’t tackle you. 

But because I am the blogger of this blog, I feel the need to deliver my readers a little status report. Yes, I feel almost guilty, what I think is indeed quite rare on here. So here you see very many lines of text, an unusual image. One résumé about 1000 blogposts of my personal contributions of my popcultural lifestyle. Sometimes published full of meaning and aesthetics and sometimes pointless and empty. Most in affect, because I do sit a lot at the computer (which I love, of course). Most thoughts are much deeper than they appear. Because I so elegantly possess the surface. The end in itself. Therefore of, here is my shallow monologue, without deep details, in its entirety written quickly but honestly: 

I am now 27 years old and I have since I was 18 almost only done things that I wanted to do. I had a great students time, did a lot of things, in between many hang outs (with good people). I am now self-employed and this was the best decision. Everything I had vaguely planned for my life has, yet, somehow worked out. Sometimes with much toil and trouble, but hey. My plans range(d) often not much more than a few weeks or months. It happens already for years without myself collapsing. This steadfastness confidence I am proud of and I therefore continue to look undisturbed into my uncertain (unstructured) future. I’m healthy, engine is running, brain too. Checked. 

In recent days I had to think a lot about why I blog. And I surprisingly for over 4 years am still writing on the same Blogger-Blog as from the beginning and have not moved in the meantime, as it is practiced quite often in this blogosphere. (By the way – we go from here HERE.) I can not explain clearly why I do that. Hardly anyone from my tight radius blogs. At the same time, everyone knows that I blog. Without that I would talk about it a lot, when we meet. I’m just online. And since my first blog-based acquaintance with Johanna I have for the first time a ‚person from the Internet‘ taken into real life (laugh now, girl ;). And there came more. I think that’s pretty nice. Whatever. At this stage, I see no reason to stop. As long as I have pleasure in it, everything remains the same with new stories.

However in real life I moved pretty often – time of blogging about 6 times – and in between there were few weeks without home at all. I keep on planning moves – at least mentally (meanwhile I’m so good at it).  It can probably be considered as disease. – Restlessness. Haha. Since 2 years I am now virtually unbound, neither to a person nor to a place. A good and important time. I worked a lot, partied a lot and worked a lot. Before that, I worked a lot, spent a lot of nice time and worked a lot. (The lot of work you can see in my hands, for real.) I have also traveled a lot. Though not in the remotest countries. But yes, a relatively large amount of places visited. (But I want more.) Then I decided to now belong to Berlin, so I’m here. Who knows for how long.

Party nights (damn compulsory discipline) meanwhile go on my nerves, even if they are really good. (I can, of course, judge: because I wake attentively by 6 clock in the morning, almost sober, in direct comparison to the zombies next to me.) And the mission of consumption tortures me. Even though I do not necessarily consider so, you could claim my life is filled with extremes. I need the occupation. Comprising from self-imposed tasks and challenges and (not self-imposed) problems. So I can tackle and overcome and solve them, and if the result is accomplished and true (and enlighted), then I drop it and move on. I get bored in the bathtub, and think I’m alive when I forge 1000 plans. 

My eternal problem is the money. But I’m working on it – see above, see below – and hurray! it enabled me to have the one or the other. But as time it goes by quickly. So business as usual, but mighty painstakingly trimmed tolerable (the work). I am a very simple constituted modest person with many visions and skills. (We recognize the contradiction.) And I blog without ulterior motives. For you who has read through to the end, let me tell you: if you leave a little worthy-formed comment – until next week, same time – it attends my raffle. There is a gift that I will think about, as soon as I know for whom it is.

I thank you for your precious attention.

 

30 Kommentare

  1. Pingback: WE DO PATTERNS LABS | Blinkblink

  2. ich fand es ehrlich schoen dich einmal direkt im ‚echten‘ treffen zu duerfen. hoffentlich nicht zum letzten mal!

    freundlich grueßt
    rike

  3. Fabienne sagt

    Liebe Anna, wunderbar dein 1000 Blogpost :) Bei unserer ersten Begegnung hast du mir Trends empfohlen, mittlerweile ist das Studium abgeschlossen und was über die ganze Zeit eine Konstante war und ist: ist dein Blog :) Ich hoffe auf ein baldiges Wiedersehen in Berlin und auf zig weitere Einträge von dir und deinen sprudelnden Ideen. Liebe Grüsse aus Zürich!

  4. just found you…Hey! Herzlichen Dank—bringen Deine Bilder mir ein wenig Großstadtluft auf meine kleine Insel! Dort, wo Du nun andere atmest, war ich auch schon „zuhause“; nun, so, wie man dort eben „zu Hause“ ist…ja, nostalgisch werd ich…fühl mich 20 Jahre jünger, wenn ich Mülltüten an Heizungskörpern hängen seh..ist man bürgerlich geworden, wenn man einen Mülleimer hat???

  5. Ideenreichtum, Kreativität, Durchhaltevermögen, Mut, Kunst!
    Danke Anna, für die tollen Posts, die von dir und deinem Leben erzählen, motivieren, sich aber nicht zu sehr in das Leben der Leser einmischen!

  6. basia sagt

    kochana aniu, ja też chcę ci podziąkować, po polsku:)z zainteresowaniem czytam i oglądam i dalej bądę, a więc czekam z ciekawością. uściski i do zobaczenia!

  7. Hallo Anna!
    ich bin so ca. vor einem Jahr auf deinen Blog gestoßen (über zwei facebook-gefällt-mir von simon r. und daniel mc.) und hab in ungefähr einer woche das gesamte „archiv“ in mich reingelesen :) Resultat: verliebt.
    Dann so im februar, als ich begann mich zu fragen was jetzt eigentlich aus mir werden soll, hab ich einfach mal dich gefragt wie du du geworden bist, in einer mail.
    Und um meinen halbjährigen durchbeiß Prozess mal abzukürzen:
    Seit Montag studiere ich visuelle Kommunikation, an der UDK, und dein Blog ist mein ständiger Motivations-Coach. Inzwischen ist DIY und Zeichnen und Kleben und Kritzeln und Drucken nicht mehr nur ein Hobby,und das ist SO schööön!

    Die liebsten Grüße,
    Julie

    • wow julie! wie schön sich das liest! SUPER dass es geklappt hat!!! vielleicht können wir ja mal alle zusammen auf die kreativität anstoßen ;)

    • :) ja das wäre wunderwunderschön! zumal ich mich noch nie in deine blinkblink-stube gewagt hab, obwohl sie so nah ist.

  8. Ich muss sagen, ich bin gerade zum ersten Mal auf deinen Blog gestoßen und habe trotzdem alles durchgelesen. So schön ehrlich.

  9. was für ein text, wenn ich 27 jahre bin will ich auch sagen können, dass ich alles irgendwie schaffen konnte, was ich mir vorgenommen hatte! wow

  10. liebe anna, ich bin ein blinkblinkgernklicker. und eine idee hab ich, vielleicht kann man ja in der wanne 1000 neue pläne machen. dann ist man sauber und langweilt sich nicht. also zeit gespart.

    • hahaha. dafür müsste aber erstmal wasserdichtes papier erfunden werden! oder gibts das schon!? wenn nicht, dann ist die badewanne bestimmt der richtige ort, um daran zu arbeiten ;)

  11. holla, schön ist das, so ein schwall nach so viel kurz und bild. wildes gedankengut, und auch wenn bei mir manche der koordinaten ganz anders verlaufen, klingt vieles doch vertraut – ich bin noch nicht seit 1000 zeiten dabei, aber dass es mehr werden, davon geh ich jetzt einfach mal (dreist) aus. mehr blinks braucht die welt.

  12. Adrian sagt

    Anna, du schreibst wie du denkst und denkst wie du bist. Das macht es so wunderbar und spannend!

  13. londontravelfox sagt

    Wow what timing…..I return from my internet cold turkey to find your 1000th blog post; your transcending to the sublime through the banal.
    Thanks and here’s to a thousand more BLINKS!

  14. Goodie sagt

    1000!!! ANNA, dein blog inspiriert. treibt einen an eigene ziele zu erfolgen und rückschläge als erfahrung und nicht als hinderniss zu sehen! danke! und weiter so!
    :*

  15. i wünsche mir noch mindestens 1000 weitere blogposts von dir <3
    persönlich/unpersönlich wie auch immer es kommt, substanz, beauty oder unterhaltungswert gibt es zuverlässig bei blinkblink.

  16. Oh wow! Danke für das tolle Resümee! Ich freu mich auf die nächsten 1000 Einträge!!! Ich werde heute meinen 1182. Blogeintrag schreiben! Ich wundere mich über mich selbst, dass ich nie die Freude am Bloggen verloren habe in den vielen Jahren, denn eigentlich bin ich ein Mensch der viel Veränderung braucht :)

  17. Dorette sagt

    Wunderbare Sache! Glückwunsch dazu und überhaupt zum Leben, wie es bei dir läuft! :)
    Ich lese das hier alles schon eine ganze Weile und freue mich das es weiter geht, immer weiter!
    Gute Reise!
    Doro

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