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Kennt ihr eigentlich Leonard Koren?

Ich habe Leonard Koren erst vor weniger Zeit entdeckt und war sofort begeistert von ihm und seinem Werk. Leonard Koren macht Bücher. Wunderbare Bücher. Ich nehme mir daher heute an diesem grauen Samstag im Februar gerne die Zeit und teile meine Begeisterung mit Euch:

Leonard Koren im Portrait im Dazed & Confused Magazine, 2012

Die bekannteste Arbeit von Leonard Koren ist  vermutlich das WET Magazine – The magazine of gourmet bathing – aus den Jahren 1976-1981, welches – oh Freude – im Jahr 2012 in einem Buch zusammengefasst wurde. Denn die Magazine sind natürlich völlig vergriffen und es gibt auch weltweit keine einzige vollständige Sammlung. (Außer vielleicht in Leonard Korens Privatbesitz.)

WET = Water Effects Transformation.

 

Das Buchcover

 

Das WET Magazine war Zeitgeist – eines der angesagtesten Magazinformate seiner Zeit in Californien und ging natürlich auch mit so einigen legendären Badeveranstaltungen einher. Während der 5 Erscheinungsjahre veröffentliche WET regelmäßig Beiträge vom Cartoonisten Matt Groening, (dieser Zeit noch unbekannt), sowie dem Punk Artist Gary Panter oder dem Fotografen Herb Ritts und vielen mehr. Das Magazin setzte neue Standarts in der Magazingestaltung und im Grafikdesign. Hier könnt ihr ein ziemlich gelungenes Interview mit Leonard Koren über WET lesen. Hier alles weitere über das Magazin.

 

Trotz außerordentlichen Erfolges hatte Leonrad Koren irgendwann keine Lust mehr auf das WET Magazine (bzw. auf das, was auf Erfolg eines solchen Formates folgt) und hat sich neuen Projekten und Buchformaten zugewandt.

Da er viele Jahre seines Lebens in Japan verbracht hat, haben wir ihm sehr viele spannende Buchwerke zu verdanken, die in japanischer Kultur wurzeln. Leider sind viele seiner Bücher komplett vergriffen (bzw. werden sehr teuer gehandelt), aber die Bekanntesten gibt es zum Glück in neuen Auflagen.

Klickt Euch durch (chronologisch sortiert):

 

New Fashion Japan (1984)

 

283 Useful Ideas from Japan (1988)

 

Success Stories (1990)

 

The Haggler’s Handbook: One Hour to Negotiating Power (1992)

 

Undesigning the bath (1996)

 

Gardens of Gravel and Sand (2000)

 

Graphic Design Cookbook: Mix & Match Recipes for Faster, Better Layouts (2001)

 

13 Books (2001)

 

Arranging Things: A Rhetoric of Object Placement (2003)

 

The Flower Shop (2005)

 

How to Take a Japanese Bath (2006)

 

Wabi-Sabi for Artists, Designers, Poets & Philosophers (2008)

 

Which Aesthetics Do You Mean? Ten Definitions (2010)

 

Making WET – The Magazine of Gourmet Bathing (2012)

 

Wabi Sabi: Further Thoughts (2015)

 

In dieser Aufzeichnung fehlen noch
Noise Reduction (1992)
und How to Rake Leaves (1993)

 

Bei diesem Portfolio an Büchern ist unschwer zu erkennen: Leonard Koren ist ein Master Mind. Er ist am Zeitgeist – und das schon sein ganzes Leben. In seinen Büchern teilt er universelles Wissen mit uns. Es gibt online nur wenige Videoaufnahmen / Talks von Ihm zu finden, aber in einem der Vorträge, die ich finden konnte, da geht er auf eine Sache ein, auf die ich hier an anderer Stelle nochmals eingehen werde. Weil: wichtig für Designer. ^__^

Nun die schönsten Grüße zum Wochenende!

Auf bald,
Eure Anna

 

Erschienen im WET Magazine

 

Titelbild / WET Cover by April Greiman

Klicktipp: Door of Perception

Ich finde, dass es heutzutage immer schwieriger wird, gute persönliche Websites zu finden. (Vermutlich, weil die Algorithmen sich mit Geld gepaart haben, haha.)

👉🏻  Nach Perlen muss man tauchen.

Also starte ich wieder damit das Internet zu einem schöneren Surferlebnis zu machen und teile von nun an Links zu anderen Websites und Blogs, die meiner Meinung nach einen ehrlichen Mehrwert bieten. 👳🏻‍♀️ Das wird vermutlich in sehr unregelmäßigen Abständen geschehen, aber hiermit ist angefangen:


Door of Perception

The „Door Of Perception“ is an ever-growing compilation of things that talk to the artist Ben Roth on a deep level. Passing on that feeling of resonance is a way of caring. He wants to take you with him on a path towards the light of consciousness.

 


 

Anschauen lohnt sich!

Das Bild ist von Tuco Amalfi.

Gedanken zu Farben (und viele Buchempfehlungen!)

Zurzeit wähle ich oft und viele Farben aus. Und ich liebe es Farben auszuwählen. Sehr. Ich mache das sehr intuitiv, greife fast fremdgesteuert nach Stiften, nach Tönen, die viel zu selten miteinander kombiniert werden. Farben machen mich sehr froh und ich kann mich stundenlang mit Farbkarten beschäftigen. Farben sind voll mein Ding. Egal ob flüssig, in Stiftform, als Wandfarbe, als Make-Up oder Nagellack. Ich bediene mich sehr großzügig am Regenbogen und falle damit ein bißchen aus dem (deutschen) Raster. Buntes wird hierzulande leider viel zu oft mit Kindlichkeit und daher in gewisser Weise mit Naivität assoziiert. – Schade!

Trotz dass ich mich schon seit über 10 Jahren professionell mit Gestaltung beschäftige (und schon mein ganzes Leben privat), habe ich manchmal immer noch das Gefühl mit meiner Ausbildung ganz am Anfang zu stehen. Ich sehe die Dinge mittlerweile aus so vielen verschiedenen Betrachtungswinkeln, dass ich der Überzeugung bin, dass ich Vieles noch nicht als etwas anderes erkannt habe – als etwas, was es AUCH sein könnte.

Zum Beispiel die Farbe Gelb. Ich hatte in meiner Kindheit mal eine Phase, da musste alles Gelb sein. Ich habe Gelb geliebt. Alles Gelb angemalt, mein ganzes Zimmer gelb eingerichtet, bzw. die Möbel gelb angestrichen. Gelbe Bilder gemalt. Wenn ich gekonnt hätte, wäre ich bestimmt in gelber Kleidung herumgelaufen, aber Gelb war wahrscheinlich gerade nicht im Trend. (Oder vielleicht doch!?)

Jedenfalls mochte ich Gelb dann irgendwann nicht mehr und wusste natürlich nicht so genau warum. Wenn mir in meinem frühen Erwachsenendasein irgendetwas all zu gelb vorkam, sah ich mich vermutlich mit meiner Kindheit konfrontiert und das wollte ich bestimmt nicht. Also wählte ich über viele Jahre andere Farben. Weil ich sie besser sehen konnte. Aber heute schaue ich mir Gelb an, und sehe etwas ganz Neues. Kreativität, Strahlen, die Sonne. So wie früher als Kind. Nur anders. Und mehr.

Darum denke ich oft, dass ich noch gar nichts weiß und auch nie alles wissen werde, aber es motiviert mich, mehr darüber zu lernen, was die Welt mit mir, bzw. mit uns macht. Farben sind dabei ein ganz großer Teil unserer (unterbewussten) Wahrnehmung und sie beeinflussen unser Befinden. (Oder bekommt ihr etwa beim Anblick von grauem Beton und hunderten schwarz gekleideten Menschen gute Laune!?)

Ich habe daher heute an diesem kleinen, kalten, grauen, dunklen, windigen Tag, eine bunte Buchsammlung für mich und für Euch erstellt. Für das Glück und die Freude an Farben.

 

Aufbruch zu einem besseren Verständnis über Farben:

(Auf Englisch, da es viele der vorgestellten Bücher nur als englische Titel gibt.)

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Colours in the development of Wittgenstein’s Philosophy
Marcos Silva

This book presents and discusses the varying and seminal role which colour plays in the development of Wittgenstein’s philosophy. Having once said that “Colours spur us to philosophize”, the theme of colour was one to which Wittgenstein returned constantly throughout his career. Ranging from his Notebooks, 1914-1916 and the Tractatus Logico-Philosophicus to the posthumously published Remarks on Colours and On Certainty, this book explores how both his view of philosophical problems generally and his view on colours specifically changed considerably over time. Paying particular attention to his so-called intermediary period, it takes a case-based approach to the presentation of colour in texts from this period, from Some Remarks on Logical Form and Philosophical Remarks to his Big Typescript.

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The Nature of Light and Colour in the Open Air
M. Minnaert

A highly engaging study of mirages, illusions of multiple moons, the fata morgana, colored shadows and scores of other phenomena in a book praised by Science and Math Weekly as „a great depository of projects, science fair ventures, experiments, and always pure pleasure.“ 202 illustrations.

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The Poetics of Space
Gaston Bachelard

Beloved and contemplated by philosophers, architects, writers, and literary theorists alike, Bachelard’s lyrical, landmark work examines the places in which we place our conscious and unconscious thoughts and guides us through a stream of cerebral meditations on poetry, art, and the blooming of consciousness itself. – Houses and rooms; cellars and attics; drawers, chests and wardrobes; nests and shells; nooks and corners: no space is too vast or too small to be filled by our thoughts and our reveries.

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The Anatomy of Colour: The Story of Heritage Paints and Pigments
Patrick Baty

Why were primary colors popular in postwar kitchens? Why did the Art Deco era prefer clean lines and pastel shades? This comprehensive illustrated history of the use of color and paint in interior decoration answers these questions and many more.

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Irma Boom – Colour Based on Nature
Francesco Banarin

‚Colour Based on Nature‘ takes the concept of Irma Boom’s previous work further afield, highlighting UNESCO World Heritage sites across the globe and on every continent. This time, the colour diagrams are derived from 80 natural locations designated by the UNESCO list. It is an exercise in describing without words, using instead colours to evoke and celebrate the essence of a place. Detailed information about the World Heritage properties, their selection criteria, how many are inscribed per nation and in what regions such sites are most endangered makes this an important tribute to the reasons such places exist.

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The Colours of Energy: Essays on the Future of Energy in Society
Gert Jan Kramer (Herausgeber), Bram Vermeer


In The Colours of Energy: Essays on the Future of Energy in Society, leading energy thinkers explore the future of energy in society. In 36 provoking and inspiring essays, they question established truths and chart possible paths towards a more sustainable future. They share their insights on how to provide energy to an increasingly affluent and growing world population within the boundaries of our planet.

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Conran on Colour
Sir Terence Conran


In Conran on Color Terence Conran shares a lifetime of experience as one of the world’s leading designers, retailers and restaurateurs to explain how to make the most of this vibrant and dynamic ingredient. With reference to a wide range of sources, from nature and fashion to street markets and works of art, he reveals how to translate such examples into practical strategies for bringing color into your home.

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The Secret Lives of Color
Kassia St. Clair

The Secret Lives of Color tells the unusual stories of seventy-five fascinating shades, dyes and hues. From blonde to ginger, the brown that changed the way battles were fought to the white that protected against the plague, Picasso’s blue period to the charcoal on the cave walls at Lascaux, acid yellow to kelly green, and from scarlet women to imperial purple, these surprising stories run like a bright thread throughout history. – In this book, Kassia St. Clair has turned her lifelong obsession with colors and where they come from (whether Van Gogh’s chrome yellow sunflowers or punk’s fluorescent pink) into a unique study of human civilization. Across fashion and politics, art and war, the secret lives of color tell the vivid story of our culture.

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A Dictionary of Color Combinations

Sanzo Wada (1883-1967) was an artist, teacher, costume and kimono designer during a turbulent time in avant-garde Japanese art and cinema. Wada was ahead of his time in developing traditional and Western influenced colour combinations, helping to lay the foundations for contemporary colour research. Based on his original 6-volume work from the 1930s, this book offers 348 color combinations, as attractive and sensuous as the book’s own design.

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The Designer’s Dictionary of Color
Sean Adams

The Designer’s Dictionary of Colour provides an in-depth look at 30 colours key to art and graphic design. Organized by spectrum, in colour-by-colour sections for easy navigation, this book documents each hue with charts showing colour range and palette variations.

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The Brilliant History of Color in Art
Victoria Finlay

This book presents the primary colors as they appear in great works of art thoughout history, from the caves paintings of the Ice Age to the modern works of today, offering little-known facts, anecdotes, and the science behind the creation of each individual color.

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Interaction of Color
Josef Albers

Josef Albers’s Interaction of Color is a masterwork in art education. Conceived as a handbook and teaching aid for artists, instructors, and students, this influential book presents Albers’s singular explanation of complex color theory principles.

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The Elements of Color
Johannes Itten

A useful simplification and condensation of Johannes ltten’s major work. The Art of Color, this book covers subjective feeling and objective color principles in detail. It presents the key to understanding color in ltten’s color circle and color contrasts.

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On the Signification of Colours
Fulvio Pellegrino Morato


This volume presents the first full English translation from the Italian of Morato’s Del significato de‘ colori (1535), together with a biography, commentary, footnotes and original Italian text. Morato’s book on colour and dress in relation to ancient Greek and Roman literature was the most influential book on colour published in the 1500s.
(Leider vergriffen)

 

Viel Freude beim Lesen und Lernen!!!

Gefallen

Gefallen.

Gefallen.

Gefallen.

Ist Euch schon einmal aufgefallen, dass Gefallen ein ziemlich komisches Wort ist?

Ein Gefallen kann eine freundliche Geste sein und gleichzeitig das Fallen thematisieren.

Meine Fragen sind daher heute:

Wenn man jemandem einen Gefallen tut: fällt man dann? – Oder will man nur gefallen? Gefällt das den Begünstigten? Und warum gefällt das eigentlich dem Gefallen Gebenden?

Ich habe in meinem Leben schon vielen Menschen viele Gefallen getan. Habe Menschen schon bei so vielen Dingen geholfen, dass ich irgendwann selbst den Überblick verloren habe, wer eigentlich diese ganzen Menschen sind, die ich mit meinen vielen Gefallen um mich versammelt habe.

Ich habe Wohnungen, Jobs, Kunden & Kontakte vermittelt, Netzwerke gegründet, Arbeitsplätze gestellt,  Raum gegeben, Poster, Visitenkarten, Einladungskarten & Websites gestaltet, Feste & Workshops organisiert, Texte geschrieben, Fotos gemacht, Verlinkt, Empfohlen, Zugehört, Zeit geteilt, Tipps gegeben, Worte eingelegt, Meinungen gegeben, Know-How geteilt, Anleitung gegeben, zum Essen geladen, gute Stimmung verbreitet, Rede & Antwort gestanden und nicht zuletzt sehr vielen Kunden sehr flexibel bei ihren Problemen & Herausforderungen geholfen (und dabei nicht selten günstige Preise gemacht, weil ich entgegenkommend sein wollte).

Und manchmal habe ich selbst nicht mehr mitbekommen, wenn Menschen mir Gefallen getan haben.

Keineswegs möchte ich darum behaupten, dass ich der netteste und großzügigste Mensch bin, den das Weltenreich je erblickt hat, aber ich möchte behaupten, dass ich mir fremden Menschen stets ein ziemlich großes Vertrauen entgegen gebracht habe und immer ein offenes Herz, eine offene Tür und ein warmes Mahl zu reichen hatte. Dazu aufrichtiges Interesse, keine Selektion, keine Hintergedanken. – Im kindlichen Glauben an das Gute.

Ich hatte stets großen Gefallen daran, Menschen jeden Alters, jedes sozialen Status, jeder Berufung, jeder Nationalität zu begegnen, ihren Geschichten zu lauschen und Fragen zu stellen. Ich habe stets wahnsinnig viel Aufmerksamkeit geschenkt. Manchmal hat sich ein Alarm angeschaltet. Den ich aber viel zu oft überhört habe.

Und so war irgendwann der Zeitpunkt erreicht, dass ich das nicht mehr so einfach konnte. Vertrauen. Weil mich Menschen fallen gelassen und mich damit sehr enttäuscht haben. Weil mir etwas vorgemacht wurde. Weil ich belogen wurde. Weil sich an mir bereichert wurde. Weil ich mich ausgenutzt gefühlt habe. Weil mir kein Vertrauen entgegengebracht wurde. Weil ich eine Frau bin. Weil Menschen meine Entscheidungen und meine Gefühle verurteilt haben. Weil ich in Frage gestellt wurde. Weil Menschen nicht nachgedacht haben.

Ich habe  also so viele Gefallen getan – und bin gefallen.

Und daran nage ich.

Es ist eine böse Mauer, die ich immer aufs Neue einzubrechen versuche.

Es geht ja beim Guten nicht darum, irgendetwas zurück zu erwarten. Es geht nicht darum, dass mir irgendwelche Leute irgendetwas schuldig sind, nur weil ich nett war oder nett sein wollte. Der Schmerz meiner Enttäuschung lässt mich an diesen Gedankenzügen verzweifeln. Ich frage mich, was ich falsch gemacht habe, wo ich doch nur Gutes & Ehrliches im (Eigen)Sinne hatte. Versuche wechselnd mir selbst, allen anderen und dem ganzen System die Schuld zu geben. Und finde doch keine Erlösung.

Vergangene Nacht, da habe ich mir einfach mal das Wort „Gefallen“ durch den Kopf gehen lassen. Und da fiel es mir auf. Das Wort „Gefallen“ impliziert eine Tat, die gefällt. Eine Tat mit der ich gefallen möchte, weil sie jemand anderem gefällt. Eine Charaktereigenschaft, die ich mir vielleicht von anderen wünsche. Ein Wort, das so nah am Guten hängt, aber am Ende doch den Fall prophezeit. Ein Gefallen muss nicht nett sein. Eine klare Absage, eine ehrliche, harte Meinung: das können auch Gefallen sein. Was mir gefällt, gefällt nicht jedem. Und umgekehrt.

Es bringt nichts, zu gefallen, wenn man nicht zuerst die möglichen Motive des Gegenübers überprüft hat. Das ist nicht leicht. Das ist vielleicht sogar die schwerste menschliche Übung. Aber eine, die ich mir neuerdings sehr zu Herzen nehme. Denn Menschen sind umtriebig. Sie haben Motive und keine Skrupel. Menschen sind egoistisch, gierig, opportunistisch und nicht selten psychisch & physisch völlig überlastet. Das macht das Abenteuer Leben manchmal zu einem offenen Minenfeld.

Die Zeiten meiner wahllosen Gefallen sind hoffentlich vorbei. – Das Gute ist da, aber es liegt begraben. (Vor allem in der Großstadt, sei angemerkt.) Es fällt mir schwer die Tatsache anzunehmen, dass es vielen Menschen an Empathie und Verständnis fehlt.

Ein wichtiger Vorsatz, den ich mir daher für das neue Jahr genommen habe, den ich aber nicht in einen kleinen Satz fassen konnte, ist dieser:

Das Vertrauen wiederzufinden, dass es viele dieser guten Menschen gibt, die nicht in Ignoranz, Eigennutz und Gier versunken sind. Dass ich mich mehr auf diejenigen Kontakte und Freunde konzentrieren kann, die eine gesunde Aura pflegen und verstehen, dass alles miteinander verwoben ist.* Die alle Schattierungen in sich tragen und sich darüber bewusst sind. Die wissen, dass Gefallen viele Gesichter haben und Gutes tun, selbst wenn sie schmerzen. Dass ich lerne, dass nicht jeder Mensch meine Gefallen verdient hat. Dass ich es endlich schaffe Berufliches und Privates besser voneinander zu trennen, um mich vor mir selbst zu schützen. 👻 (Und um meinen Mitmenschen einen Gefallen zu tun!! 😂) Und ich bin sehr dankbar über jeden Menschen, der mir begenet ist, der ähnliche Werte pflegt.

Ja, das ist ganz schön viel des Guten, ich weiß.  😜

 

Jetzt bin ich neugierig! – Gebt ihr auch gerne Gefallen und seid manchmal ganz enttäuscht, wenn plötzlich niemand mehr da ist, wenn ihr selbst mal einen Gefallen bräuchtet? Wie schützt ihr Euch? – Mit Eigensinn!?

Ich freue mich auf Eure Erfahrungen & Geschichten!
Gerne auch per Mail.
💌

 

* 💝

Imagesource (Monkeymind ;)

Hello World!

Hallo 2018!

Ein neues Jahr fühlt sich immer ein bißchen an, wie ein neues Leben. Es ist zwar alles so, wie vorher, aber trotzdem ist alles ein bißchen anders.
Neue Ordner.
Eine 8 statt einer 7. ⚠️

Das vergangene Jahr ist nun ein kompaktes Archiv des Allerlei. Die Vergangenheit ist immer so schön strukturiert und nachvollziehbar. Ganz im Gegensatz zur Zukunft.
🦋

(Wissen für die Tüte: Eine Depression ist eine Obsession mit der Vergangenheit, während eine Angststörung eine Obsession mit der Zukunft ist. – Verrückt nachvollziehbar, nichtwahr?)

Wie ihr schon im letzten Post gelesen habt, habe ich mir dieses Jahr ziemlich viel vorgenommen.. und bisher klappt eigentlich noch nichts davon! 😂 – Der koffeinhaltige Kaffee muss noch aufgetrunken werden, und das frühe Aufstehen erweist sich als große Herausforderung, weil es morgens ja noch so wahnsinnig dunkel ist.. 🌚 – Aber die Zeit wird kommen!!

Einen super Tipp für den guten Musikgeschmack gibt es heute an dieser Stelle, weil ich seit dem 01.01.2018 Freundin bin: Byte FM
Zu gut, um es nicht mit der Welt zu teilen.
Danke Sina!!! 💝

Und nun – Vorfreude auf Weiteres:
Musik, Texte, kreative Empfehlungen und fluffig verpackte Lebens- und Arbeitsweisheiten.

Bis bald,
Eure Anna.

🐳

 

Vorsätze für ein neues Jahr (2018)

Weil das Bloggen dem lauten Aussprechen gleichkommt und mir dabei hilft Dinge umzusetzen, ist hier meine Liste der Dinge, die ich im nächsten Jahr gerne schaffen möchte:

– Morgens um 6 aufstehen.
– Abends um 10 schlafen gehen.

– In Ruhe guten Tee trinken.
– Auf koffeinfreien Kaffee umsteigen.

– Geduldig und mit regelmäßiger Atmung arbeiten.

– Humor fördern.

– Mehr Platz für Quatsch.

– 1 x am Tag einen Spaziergang machen.

– Genau so wenig oder noch weniger Alkohol als dieses Jahr trinken. 🤓

– Mir wieder mehr Zeit zum Kochen und Backen nehmen.
– Freunde und Familie zum Essen einladen.

– Mindestens 1 x im Monat schwimmen gehen.
– Mindestens 1 x im Monat in die Sauna gehen.

– Weniger Zeit am Computer verbringen.
– Smartphone- & Telefonnutzung auf einen Nebenraum beschränken.
– Feste Zeiten für soziale Medien setzen und einhalten.

Das Studio neu einrichten.
– Eine richtig schöne & praktische Küche bauen.
Das Amt einrichten.
– Viele Wände, Böden, Decken und Möbel bemalen.
– Gästezimmer einrichten.

– Eine neue CI für Studio Blinkblink entwickeln.
– Mehr Zeit für Monster Patterns einrichten.
– Mehr kollaborieren.

BlinkBlinkBlack. ♥️

– Neue Kunden gewinnen.

– Zurück zum Riso.
– Siebdrucken.

– Mehr gestalten.
– Mehr schreiben.
– Mehr Musik hören.

– Endlich wieder selbst Musik machen.
– Singen.

Listen Lounges organisieren.

– Mehr Zeit im Freien mit Sonne und Sternen verbringen.

– Feuer machen.

– Mindestens eine Woche ans Meer fahren.
– Mindestens eine mir noch unbekannte Stadt besichtigen.
– Teltow-Fläming entdecken.
– Ein Festival wagen!?

– Fahrradfahren.
– Ganz viel Picknicken.

– Kleidung nähen.

– Briefe und Postkarten schreiben.

– Workshops organisieren.

– Mein neues altes Auto besser pflegen, als meine alten alten Autos. 🚙

 

Das wird ein tolles neues Jahr.
🎎

 

Und ihr?
Was habt ihr für gute Vorsätze!?

💌

 

MUSIK KLICK

 

BLACK – Kommentare zu Musik

Vorletztes Jahr habe ich mit einem guten Freund begonnen an einem Projekt zu arbeiten, das unserer beiden liebsten Interessen ganz besonders wunderbar bündelte: Musik und Internet Trivia.

Das Vorhaben war genau so unwichtig wie groß. Eine ganze Farbbibliothek der Musikgeschichte sollte entstehen. Und Spaß dabei, natürlich. In der Zwischenzeit ist mein guter Freund leider verstorben. Eine andere Geschichte, aber auch ein kleiner Teil dieser.

Einen Auszug unserer Arbeit habe ich vor einem Jahr in Heftform der Familie Black zu Weihnachten geschenkt. Eine andere Geschichte und auch ein kleiner Teil dieser.

Dieser Post ist für alle, die Musik sehr lieben und das Internet in all seiner Banalität auch. (In der Schwärze der Nacht.)

Mit Liebe kuratiert:

Weiterlesen

Bald wird ausgepackt

Hallo Internetwelt!

Ich funke in das Rauschen millionenfacher Störsignale.

Ich arbeite hier parallel schon an mindestens 10 verschiedenen Blogpostbeiträgen, aber an allen wird noch gefeilt, weil sie so intensiv sein werden.
Habe Freude daran.

In der Zwischenzeit poste ich ein verpacktes Etwas.

(Einpacken für Arme.)

Außerdem frage ich mich heute ganz ernsthaft, wie Frauen es jemals hinbekommen hätten sich zu vernetzen, wenn es das Internet-Proxy und Herzchenemojies niemals gegeben hätte. So viel kaschierten Blümchenhass wie heutzutage gab es wohl selten zuvor zu sehen.

Tipp: traue keiner Netzwerkerin, welche lauthals die Marke ICH propagiert.

(Ich denke ich sollte mich von sämtlichen Frauengruppen wieder abmelden und stattdessen in Zirkusgruppen anmelden.)

Zum Glück ist ja bald Weihnachten. Zeit für sowas. Und für Humor. (!)

Das echte Leben findet ihr nur noch in den Kleinanzeigen, meine lieben Lesemäuse.

:*

Anna Niestroj auf dem Weg

Was ist eigentlich Privileg?

Ein Privileg (Plural Privilegien, von lateinisch privilegium „Ausnahmegesetz, Vorrecht“) ist ein Vorrecht, das einer einzelnen Person oder einer Personengruppe zugeteilt wird.

Das sagt das Internet.
Das sagt die Welt.

Heute frage ich mich: bin ich eigentlich privilegiert? Jetzt und hier? Hier und jetzt?

Und warum eigentlich (nicht)?

Ich habe heute dieses Video auf Facebook entdeckt. Es wurde zu diesem Zeitpunkt 83 Millionen Male abgespielt, eine halbe Millionen Male geliked und 1,6 Millionen Male geteilt.

Ich habe dieses Video heute angeschaut und es hat mich sehr getroffen. Es hat mich sehr getroffen, weil ich in der letzten Reihe stehen geblieben bin. Dieses Video ist eine gelungene Analogie, die alle betrifft, in der sich aber nicht alle wiederfinden können, weil sie nicht Teil dieses Videos sind. (Und weil es auch eigentlich ein bißchen doof ist.)

Aber nicht so schlimm.

Es hilft.

Es hilft einen ganz unterschwelligen Missstand zu erklären, den Menschen erleben. Und dieser Missstand passiert uns nicht auf dem Sportplatz, sondern im echten Leben.

Manchmal schnürt sich mir die Luft ab, wenn ich mich auseinandersetze, mit dieser Welt, mit meinen Mitmenschen. Es ist kein gutes Gefühl, das sich dann in mir breit macht in diesen Momenten.

Und sie kommen leider ziemlich oft vor.

Es sind die Momente, in denen mir klar wird, dass ich in einer Gesellschaft lebe, in der viele meiner Mitmenschen privilegierter sind, als ich. Und umgekehrt.

Denn Privilegien werden ausgespielt.
Sie gewinnen.
Meistens.
Ständig.

Ich schreibe das jetzt, heute und hier. Nicht, weil ich denke, dass ich irgendetwas damit erreichen kann. Nicht, weil ich denke, dass ich verloren habe. Sondern weil ich es einmal rauslassen möchte, aus mir raus, auf diese Welt.

Die Analogie funktioniert nämlich gut: alle stehen an selber Stelle, wenn sie ankommen. Sie sind alle Menschen, Seelen, Körper. Werden geboren – und es geht los.

Die Grundvoraussetzungen sind bei Menschen so grundverschieden, wie grundverschieden sie nunmal sind. Je nachdem wo und von wem sie geboren wurden. Trotzdem macht sich jeder Mensch auf den selben Weg. Jeder Mensch bricht auf, um sein Leben zu leben. Jeder Mensch hat Träume, Phantasien, Vorstellungen und Lieben. Jeder Mensch will sich diese Träume, Phantasien, Vorstellungen und Lieben in seinem Leben erfüllen.

Ich selbst sehe mein Leben und ich reflektiere sehr viel darüber. Und das nicht erst seit gestern. Ich schreibe ein Tagebuch, seit ich 12 bin. Und ich lebe mein Leben. Ich sehe, wo ich bin, wo ich war, wo ich herkomme, wo ich noch hinwill. Ich sehe die Welt und ich sehe meine Nachbarn. Ich sehe meine Mitmenschen. Ich rede sogar mit ihnen, höre ihnen zu. Ich bin hier und ich bin hier wo ich bin, mit meinem Körper und meinem Kopf, weil ich zur Schule gegangen bin, weil ich studieren gegangen bin, weil ich arbeiten gegangen bin. Weil ich es durfte. Weil einige Menschen mir zugehört haben. Und weil ich damit begonnen habe, meinen Träumen nachzugehen.

Blinkblink-Ich – im Winter.

Aber wie es zu alldem gekommen ist, das sieht mir kaum jemand an. Kaum jemand, fast niemand, sieht den Weg, den ich gegangen bin. Niemand sieht das, was vor dem jetzt war und niemand sieht das, was noch vor mir liegt.

Das ungute Gefühl kommt also dann ganz oft, wenn ich mit Menschen „auf meiner Höhe“ in Austausch bin. Wenn ich irgendwie merke, dass wir zwar auf selber Höhe sind – ich aber irgendwie einen längeren Weg gelaufen bin. Und das nicht, weil ich einen längeren Weg laufen wollte oder weil ich mich verlaufen habe. Sondern weil mir nichts anderes übrig geblieben ist, als diesen ziemlich langen Weg auf mich zu nehmen, um mich dorthin zu bringen, wo ich heute bin.

Und überhaupt, gibt es dann auch das „auf einer Höhe“ nicht mehr. Denn eigentlich ist man als Weitgereister ja schon viel weiter. Aber wer vom Nordpol Richtung Rom läuft, der trifft halt Leute, die sind in Hamburg gestartet. Oder in München. Alle auf dem selben Weg. Treffen sich. Selbes Ziel, selbe Entfernung, selber Weg. Nur, wenn man am Nordpol gestartet ist (denn da gibt es bekanntlich nicht viel, haha), dann hat man halt schon ein paar mehr Kilometer hinter sich. Zwischendurch ist schon einiges verloren gegangen. Nicht zu reden von den Gedanken, die man beim Reisen schon verschwendet hat.

Das klingt vielleicht alles ein bißchen abstrakt. Aber zur Verdeutlichung ist ja das oben gemeinte Video verlinkt.

Diesen Prozess in Form eines langen Weges, bzw. einer langen Reise zu beschreiben, funktioniert zwar irgendwie am Besten, aber dieser Vergleich ist auch nur eine klapprige Krücke für das, was tatsächlich geschieht. Jedes Wort, das zu beschreiben versucht, schränkt auch gleichzeitig wieder ein. Denn für den Lauf des Lebens gibt es keinen Maßstab und es ist am ehesten ein spiritueller Weg, den man geht. Und jeder geht ihn anders.

Und wo ich mit diesen Worten überhaupt hinwill, das weiß ich gerade auch nicht wirklich. Eigentlich ist es wie ein Schritt zurück. Darüber nachzudenken ist ein Symptom. Es wirft mich zurück. Es sind Erschöpfungserscheinungen.

Es ist schwierig als ein solcher Mensch Bindungen zu bestehen, wenn man damit beschäftigt ist, sich aus der letzten Reihe vorwärts zu bewegen. Wenn man sich seinem Schicksal nicht hingibt, sondern die Reise auf sich nimmt. Dann durchläuft man viele Phasen. Und wenn man es ein wenig eilig hat, dann durchläuft man viele Phasen schnell. Und es gibt viele Menschen, die sich in bestimmten Phasen etwas länger aufhalten, als man selbst. Die bleiben dann auf einem Streckenabschnitt, nicht unbedingt stehen, aber halten sich auf. Und man lässt sie hinter sich. Und vielleicht holen sie einen auch irgendwann wieder ein. Weil man sich selber hat aufhalten lassen. Und so weiter.

Diejenigen, die einem am Nächsten sind – weil sie entweder Teil der Kindheit oder der eigenen Familie sind – die sind einem möglicherweise irgendwann am Entferntesten, weil sie sich niemals auf die Reise gemacht haben. Und mit ihrem Schicksal möglicherweise voll und ganz gefordert sind. Und dann ist man allein.

Aber es muss trotzdem irgendwie weitergehen.

Ich habe zuletzt irgendwo gelesen, dass es soetwas wie den „selbstgemachten Menschen“ gar nicht gibt. Den „Selfmade Man“ – eine Person, die es von ganz unten nach ganz oben geschafft hat – der amerikanische Traum sozusagen. Eine utopische Figur. Denn es stimmt. Einen Weg von unten nach oben kann man nur machen, wenn es überhaupt ein Dazwischen gibt. Im Dazwischen da sind viele Menschen und jeder dieser Menschen, dem der „selbstgemachte Mensch“ begegnet – jeder Mensch hilft auf seine eigene Art und Weise, damit der „selbstgemachte Mensch“ weiterkommen kann. Und umgekehrt. Bestenfalls. (Wer es merkt.) Also ‚machen‘ wir uns alle irgendwie gegenseitig. Und es ist wichtig, dass wir alle das merken, dass es keine „selbstgemachten Menschen“ gibt. Dass wir alle voneinander abhängig sind und uns alle gegenseitig formen. Ob wir wollen, oder nicht. (Und ein oben oder unten gibt es sowieso auch gar nicht..)

Das ist viel.
Zum Verstehen.

Darum – um zum Schluss zu kommen – und was ich eigentlich auch nur sagen will:

Jeder Mensch sollte einmal öfter darüber nachdenken, mit welchen Privilegien er in sein Leben getreten ist. In welche Familie er geboren worden ist. Wieviel Liebe ihm geschenkt worden ist. Und von wem.

Jeder sollte einmal öfter darüber nachdenken, welche Menschen er zu seinen Freunden zählen darf. Welche Region der Erde er seine Heimat nennen darf. Und welches Haus sein Heim.

Jeder Mensch sollte einmal ganz fest darüber nachdenken, wer ihm dabei geholfen hat, dort zu sein, wo er heute ist. (Oder auch nicht. Dann weiß man, dass man auf einem holprigen Streckenabschnitt ist 😅.)

Und wenn jeder Mensch seine Mitmenschen zu begreifen versuchte und einmal auch da hin schauen würde, wo diese fremde Seele denn gestartet und welche Phasen sie schon durchlaufen ist: das würde jedem Menschen eine Menge Dankbarkeit lehren.

Und ein riesen Schritt wäre getan.

🙏